Lutwinus

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Glossar

Die wichtigsten Begriffe des frühen Mittelalters – von Allod bis Widonen – kurz erklärt und mit der Stelle verknüpft, an der sie in Liutwins Geschichte eine Rolle spielen.

Allod
Freies, vererbbares Eigentum – im Gegensatz zu Lehen oder Kirchengut. Lantberts Söhne beanspruchten Mettlach als „väterliches Allod“. Mehr →
Austrasien
Östliches Teilreich der Franken mit Metz, Trier, Köln und dem Rheinland – die Heimat Liutwins und der Pippiniden. Mehr →
Beweisstufen
Auf dieser Seite: belegt (gut bezeugt), wahrscheinlich (gut begründet, einzelne Übergänge rekonstruiert) und Hypothese (plausibel, aber unbewiesen). Mehr →
Bursfelder Kongregation
Benediktinische Reformbewegung des 15. Jahrhunderts; Mettlach trat ihr 1468 bei. Mehr →
Dukat
Herzogtum, besonders die langobardischen Herzogtümer Spoleto und Benevent, in denen die Widonen herrschten. Mehr →
Eigenkloster
Kloster auf dem Grund eines Adeligen, über das der Stifter und seine Familie weitreichende Rechte behielten – wie Liutwins Mettlach. Mehr →
Genealogische Hypothese
Rekonstruierte Verwandtschaft ohne ausdrücklichen Quellenbeleg, gestützt auf Namen, Besitz, Ämter und Klosterbindungen – etwa Chrodtrud als Tochter Liutwins. Mehr →
Grundherrschaft
Herrschaft über Land und die darauf lebenden Menschen; die Abtei Mettlach war Grundherr über den größten Teil des heutigen Gemeindegebiets. Mehr →
Hausmeier
Lateinisch maior domus: Verwalter des königlichen Hofes. Im 7./8. Jahrhundert die eigentlichen Machthaber des Frankenreichs – Pippin der Mittlere, Karl Martell. Mehr →
Kapitular
Gesetz oder Verordnung der karolingischen Herrscher, in Kapitel gegliedert. Mehr →
Laienabt
Nichtgeistlicher, der ein Kloster und dessen Besitz leitete – wie der Wido von Fontenelle. Mehr →
Leichensynode
Der Prozess gegen den exhumierten Papst Formosus 897 – Höhepunkt der Kämpfe um Rom und die Kaiserkrone der Widonen. Mehr →
Leitname
In einer Familie über Generationen wiederkehrender Name (Wido, Lambert, Werner); wichtiges, aber allein nicht beweiskräftiges Indiz für Verwandtschaft. Mehr →
Mark
Grenzgebiet unter einem Markgrafen, etwa die Bretonische Mark, in der Widonen um 800 wirkten. Mehr →
Memoria
Liturgisches Gedenken an Verstorbene; Klöster wie Mettlach und Hornbach waren das „Gedächtnis“ einer Adelsfamilie. Mehr →
Merowinger
Königsdynastie der Franken von Chlodwig I. bis Childerich III. (751). Mehr →
Miracula
Wunderberichte über einen Heiligen, etwa die Miracula sancti Lutwini. Mehr →
Neustrien
Westliches Teilreich der Franken um Paris und Soissons; Gegenspieler Austrasiens. Mehr →
Oktogon
Achteckiger Zentralbau wie die Aachener Pfalzkapelle und der Alte Turm in Mettlach. Mehr →
Pippiniden / Arnulfinger
Die Ahnen der Karolinger: die Familien Pippins des Älteren und Arnulfs von Metz, vereint durch die Ehe Ansegisels mit Begga. Mehr →
propinquus
Lateinisch „naher Verwandter“. In den Gesta von Fontenelle wird ein Wido so in Bezug auf Karl Martell genannt – ein Schlüsselindiz. Mehr →
Reliquien
Überreste oder Gegenstände eines Heiligen; ihre Übertragung (Translation) verlieh einem Ort Prestige – Dionysius in Mettlach, Pirmin in Hornbach. Mehr →
Säkularisation
Aufhebung kirchlicher Herrschaft und Einzug des Kirchenguts – in Mettlach 1802. Mehr →
Salier
Kaiserdynastie 1024–1125 aus dem Worms- und Speyergau, wahrscheinlich verwandt mit dem Verband der Widonen-Lambertiner. Mehr →
Synode
Kirchenversammlung; das Concilium Germanicum 743 eröffnete die Kirchenreform des Bonifatius gegen Männer wie Milo. Mehr →
Vita
Lebensbeschreibung eines Heiligen; die Liutwin-Viten entstanden erst im 10. und 11. Jahrhundert. Mehr →
Widonen / Lambertiner
Fränkischer Hochadelsverband mit den Leitnamen Wido und Lambert, ausgehend von Liutwins Sohn Wido – bis zu den Herzögen und Kaisern aus Spoleto. Mehr →