Gerwin 7. Jh.
Vater Liutwins
Von der Neuen Deutschen Biographie als Vater Liutwins genannt. Weitere Verbindungen zu großen fränkischen Familien sind unsicher.
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151 Menschen zwischen Saar, Rhein und Tiber – von Arnulf von Metz bis zu den Bewahrern des Alten Turms. Jede Beziehung ist mit ihrer Beweisstufe gekennzeichnet.
belegt gut bezeugt wahrscheinlich gut begründet, einzelne Übergänge rekonstruiert Hypothese plausibel, aber unbewiesen
Vater Liutwins
Von der Neuen Deutschen Biographie als Vater Liutwins genannt. Weitere Verbindungen zu großen fränkischen Familien sind unsicher.
Mutter Liutwins
Mutter Liutwins (NDB). Über welche Seite der Familie Bischof Basin mit Liutwin verwandt war, lässt sich nicht sicher bestimmen.
Basinus
Bischof von Trier, Onkel Liutwins
Bischof von Trier. Weihte seinen Neffen Liutwin vor dem 1. November 697/698 zum Mitbischof und bereitete so die Nachfolge vor. Beginn der „Trierer Bischofsdynastie“ Basin – Liutwin – Milo.
Lutwinus, Liutwinus, Ludwin, Leodewin
Adeliger an der Saar, Gründer Mettlachs, Bischof von Trier
Angehöriger eines fränkischen Hochadelsgeschlechts an der oberen Saar. Gründete um 690 Mettlach als Eigenkloster, wurde als Witwer Geistlicher, vor 697/698 Mitbischof und ab etwa 705 Bischof von Trier. Starb der Überlieferung nach in Reims, begraben in Mettlach. Spätere Traditionen nennen ihn auch Bischof von Reims und Laon – quellenkritisch problematisch.
Ehefrau Liutwins
Ehefrau Liutwins – Name unbekannt
Die NDB nennt sie nur „N. N.“ (nomen nescio). Herkunft, Name und Todesjahr sind unbekannt. Genau diese Lücke ist für die Frage nach Chrodtrud entscheidend.
Chrotrud, Rotrud, Rotrude
Gemahlin Karl Martells – Tochter Liutwins?
Erste Gemahlin Karl Martells, Mutter Karlmanns, Pippins des Jüngeren und Hiltruds – damit Großmutter Karls des Großen. Ihre Eltern sind nicht überliefert. Die Hypothese, sie sei eine Tochter Liutwins, erklärt die Nähe Milos und des Fontenelle-Wido zu Karl Martell elegant – keine zeitgenössische Quelle nennt Liutwin aber als ihren Vater.
Leiter der Kirchen von Trier und Reims
Wohl ältester Sohn Liutwins, ab 723 als Leiter beziehungsweise Bischof von Trier bezeugt, wahrscheinlich auch Machthaber in Reims. Eine Bischofsweihe ist nicht belegt. Verbündeter Karl Martells, verteilte Kirchengut an Söhne und Gefolgsleute. Der Reformer Bonifatius und Papst Zacharias bekämpften ihn – erfolglos. Starb der Überlieferung nach bei einer Jagd.
Guido, Wido von Trier
Sohn Liutwins, Stammvater der Widonen
Setzte die weltliche Linie der Familie fort. Die NDB nennt ihn „Stammvater der Widonen, aus denen später die Salierkaiser hervorgingen“. Möglicherweise identisch mit dem Wido von Fontenelle.
Laienabt von Fontenelle und Saint-Vaast
Die Gesta abbatum Fontanellensium nennen ihn einen „propinquus“ (Verwandten) Karl Martells. Nach dieser Überlieferung wurde er einer Verschwörung gegen Karl beschuldigt und getötet. Ob er mit Liutwins Sohn identisch ist, ist möglich, aber umstritten.
Die „verlorenen Söhne“ Milos
Milo stattete Söhne und Gefolgsleute mit Kirchengut aus. Namentlich bleiben sie weitgehend im Dunkeln; eine belastbare Verbindung zu einem bekannten Widonen fehlt.
Bischof von Metz, Stammvater der Arnulfinger
Austrasischer Großer und Bischof von Metz. Über seinen Sohn Ansegisel einer der beiden Stammväter der späteren Karolinger.
Hausmeier in Austrasien
Hausmeier des austrasischen Teilreichs. Seine Tochter Begga verband die Pippiniden mit den Arnulfingern.
Sohn Arnulfs von Metz
Durch seine Ehe mit Begga entstand die Verbindung der Arnulfinger und Pippiniden – der Ursprung des karolingischen Hauses.
Tochter Pippins des Älteren
Gemahlin Ansegisels, Mutter Pippins des Mittleren. Später als Heilige verehrt.
Gemahlin Pippins des Mittleren
Versuchte nach Pippins Tod 714 die Macht für ihren Enkel Theudoald zu sichern und ließ ihren Stiefsohn Karl Martell gefangen setzen. Ihre Position brach bis 717/718 zusammen.
Hausmeier, Sieger von Tertry (687)
Siegte 687 bei Tertry und wurde zum mächtigsten Mann des Frankenreichs. Liutwins Familie scheint seinen Aufstieg unterstützt zu haben (NDB).
Mutter Karl Martells
Verbindung Pippins des Mittleren neben Plektrud; Mutter Karl Martells.
Enkel Plektruds, Kind-Hausmeier
Plektruds Kandidat für die Nachfolge Pippins. Verschwand nach Karl Martells Sieg politisch.
Hausmeier, faktischer Herrscher des Frankenreichs
Setzte sich nach 714 gegen Plektrud und die Neustrier durch, siegte 732 bei Tours und Poitiers und regierte ab 737 ohne König. Förderer Milos. Ein Wido aus seinem Umfeld wird in den Gesta von Fontenelle sein „propinquus“ (Verwandter) genannt.
Tochter Karl Martells und Chrodtruds
Gemahlin Odilos von Bayern, Mutter Tassilos III. Über sie reicht die Chrodtrud-Linie auch in das bayerische Herzogshaus.
Sohn Karl Martells und Swanahilds
Halbbruder Karlmanns und Pippins, die ihn von der Macht ausschlossen. Suchte immer wieder eigene Machtbasen in Sachsen und Bayern.
Hausmeier 741–747
Sohn Karl Martells und Chrodtruds. Förderte mit Pippin die Kirchenreform des Bonifatius und zog sich 747 überraschend ins Mönchsleben zurück.
Hausmeier, ab 751 König der Franken
Sohn Karl Martells und Chrodtruds. Setzte 751 den letzten Merowinger ab und wurde König. Starb 768 in Saint-Denis.
Gemahlin Pippins des Jüngeren
Mutter Karls des Großen und des jüngeren Karlmann.
König
König, Bruder Karls des Großen
Teilte 768 das Reich mit Karl; nach seinem frühen Tod 771 wurde Karl Alleinherrscher.
König 768, Kaiser 800
Enkel Chrodtruds. Wäre die Chrodtrud-Hypothese richtig, wäre Liutwin sein Urgroßvater. Eroberte 774 das Langobardenreich, setzte 788 Tassilo ab, wurde 800 in Rom zum Kaiser gekrönt.
Kaiser 814–840
Einziger überlebender Sohn Karls des Großen. Unter ihm brachen die Konflikte seiner Söhne auf.
Kaiser, Herr des Mittelreichs
Erhielt 843 in Verdun das Mittelreich mit Italien. In seinem Gefolge kamen die Widonen nach Italien.
König des Ostfrankenreichs
Erhielt 843 den Osten. Großvater Arnulfs von Kärnten.
König des Westfrankenreichs
Erhielt 843 den Westen. Kämpfte mit Ludwig dem Deutschen 841 bei Fontenoy gegen Lothar.
Ostfränkischer König, Kaiser 896
Zog auf Ruf des Papstes Formosus nach Italien und wurde 896 zum Kaiser gekrönt – gegen die Widonen.
Hausmeier von Austrasien
Sohn Pippins des Älteren. Versuchte nach dem Tod Sigiberts III., seinen Sohn als König durchzusetzen – der „Staatsstreich Grimoalds“ scheiterte, ein früher Griff der Pippiniden nach der Krone.
Gemahlin Karls des Großen
Aus alemannischem Hochadel, Mutter Ludwigs des Frommen. Begraben in Saint-Arnulf in Metz.
König von Italien
Enkel Karls des Großen; erhob sich 817 gegen Ludwig den Frommen und starb 818 an den Folgen der Blendung.
König von Italien, Kaiser
Sohn Lothars I., Kaiser in Italien. Unter ihm waren die Widonen von Spoleto die mächtigsten Großen Mittelitaliens.
Kaiser, letzter Herrscher des Gesamtreichs
Vereinte noch einmal das ganze Karolingerreich, wurde 887 von Arnulf von Kärnten abgesetzt. Mit seinem Tod 888 zerfiel das Reich – die Stunde der Widonen in Italien.
Ragamfred
Hausmeier von Neustrien
Führer der neustrischen Partei nach dem Tod Pippins des Mittleren. Unterlag Karl Martell bei Amblève (716), Vinchy (717) und Soissons (718).
Merowingerkönig der Neustrier
Von den Neustriern 715 erhoben; Gegner Karl Martells, bis dieser ihn 718/719 als König anerkannte.
Letzter Merowingerkönig
743 eingesetzt, 751 abgesetzt: Man schnitt ihm die Haare und schickte ihn ins Kloster. Ende einer fast dreihundertjährigen Dynastie.
König der Franken, Begründer des Frankenreichs
Einte die fränkischen Teilstämme, besiegte 486 bei Soissons den letzten römischen Machthaber in Gallien und ließ sich von Bischof Remigius in Reims taufen. Mit ihm beginnt das merowingische Großreich, in dem Liutwins Familie zwei Jahrhunderte später aufstieg.
König der Franken, Herrscher des Gesamtreichs ab 613
Gewann 613 mit Unterstützung des austrasischen Adels um Arnulf von Metz und Pippin den Älteren die Herrschaft über das ganze Frankenreich – der Moment, in dem die Ahnen der Karolinger politisch aufstiegen.
König der Franken
Letzter mächtiger Merowinger. Pippin der Ältere war unter ihm Hausmeier. Begraben in Saint-Denis – dem Ort des Dionysius-Kultes, dessen Reliquien Liutwin später für Mettlach erhielt.
König von Austrasien
Sohn Dagoberts I., König im Ostteil des Reiches. Sein Hausmeier Grimoald versuchte nach seinem Tod, den eigenen Sohn auf den Thron zu bringen.
Hausmeier von Neustrien
Der große Gegenspieler der Pippiniden. Besiegte um 680 Pippin den Mittleren und dessen Verwandten Martin bei Lucofao, wurde aber 680/681 ermordet.
König der Franken
Neustrischer König, unter dem 687 die Schlacht von Tertry geschlagen wurde. Danach regierte Pippin der Mittlere als Hausmeier in seinem Namen.
Hausmeier von Neustrien
Unterlag 687 bei Tertry Pippin dem Mittleren – der Sieg, mit dem der Aufstieg der Pippiniden und damit die Welt Liutwins begann.
König der Franken
Von Karl Martell 721 eingesetzt. Nach seinem Tod 737 ließ Karl den Thron unbesetzt.
Bischof von Reims
Wurde von Karl Martell aus Reims vertrieben. Danach gewann Milo wahrscheinlich die Kontrolle über die Reimser Kirche.
Missionar und Kirchenreformer
Angelsächsischer Missionar, eng mit Rom verbunden. Wollte kanonisch eingesetzte Bischöfe, Synoden und geordnete Besitzverhältnisse – und bekämpfte deshalb Milo. Wurde 754 in Friesland erschlagen.
Reform-Kandidat für Reims
Von der Reformpartei für Reims vorgesehen. Konnte sich gegen Milo nicht dauerhaft durchsetzen.
Papst 741–752
Unterstützte Bonifatius gegen Milo und billigte 751 die Erhebung Pippins zum König.
Pirminius
Klostergründer (Reichenau, Hornbach)
Beteiligt an der Gründung der Reichenau (724), verbrachte seine letzten Jahre in Hornbach. Das Kloster Hornbach wurde eng mit dem widonisch-lambertinischen Familienverband verbunden – das zweite große Familienkloster nach Mettlach.
Papst 885–891
Krönte 891 Guido von Spoleto zum Kaiser.
Papst 891–896
Krönte 892 Lambert in Ravenna zum Mitkaiser, rief dann aber Arnulf von Kärnten nach Italien. Nach seinem Tod wurde ihm in der berüchtigten Leichensynode 897 der Prozess gemacht.
Papst 1073–1085
Gegner Heinrichs IV. im Investiturstreit; 1077 Canossa.
Bischof von Metz
Unterzeichnete die Gründungsurkunde des Klosters Hornbach und bestätigte die Stiftung.
Bischof von Reims, Täufer Chlodwigs
Taufte Chlodwig I. (um 496/508) und machte Reims zum geistlichen Krönungsort der Franken. Seine Kirche sollte später Milo, der Sohn Liutwins, beherrschen.
Bischof von Trier
Bischof von Trier in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts, eng mit dem austrasischen Hof verbunden. Einer der Vorgänger Basins auf dem Trierer Bischofsstuhl.
Bischof von Trier
Bischof von Trier in der Generation vor Basin; die genaue Abfolge und Datierung der Trierer Bischöfe dieser Zeit ist nicht lückenlos gesichert.
Missionar der Friesen, Gründer Echternachs
Angelsächsischer Missionar unter dem Schutz Pippins des Mittleren. Erhielt 698 von Irmina von Oeren das Kloster Echternach bei Trier – in unmittelbarer Nachbarschaft zu Liutwins Wirkungsraum.
Äbtissin von Oeren in Trier
Schenkte 698 Willibrord ihren Besitz in Echternach. Die Forschung hält sie für eine mögliche Mutter Plektruds; dann wären die Trierer Adelskreise um Liutwin und das Haus Pippins noch enger verflochten.
Papst 731–741
Bat 739 Karl Martell um Hilfe gegen die Langobarden – Karl, verbündet mit Liutprand, lehnte ab. Erst seine Söhne sollten das Bündnis mit Rom schließen.
Papst 752–757
Kam 754 über die Alpen ins Frankenreich und salbte Pippin den Jüngeren und dessen Söhne in Saint-Denis. Die „Pippinische Schenkung“ begründete den Kirchenstaat – das Bündnis zwischen Franken und Papsttum.
Gelehrter am Hof Karls des Großen
Angelsächsischer Gelehrter, Kopf der karolingischen Bildungsreform, später Abt von Saint-Martin in Tours.
Bischof von Trier, Nachfolger Milos
Folgte Milo auf dem Trierer Bischofsstuhl und beendete damit die Bischofsdynastie der Familie Liutwins. Unter ihm wurde die Trierer Kirche neu geordnet.
Erzbischof von Reims
Ordnete die Reimser Kirche nach der Zeit Milos neu; als „Turpin“ wurde er später zur Sagengestalt des Rolandsliedes.
Papst 772–795
Rief Karl den Großen gegen den Langobardenkönig Desiderius zu Hilfe und bestätigte 774 die Schenkungen an die römische Kirche.
Biograph Karls des Großen
Verfasste die Vita Karoli Magni, die wichtigste Lebensbeschreibung Karls – ein Glücksfall, den es für Liutwin nicht gibt.
Erzbischof von Trier 814–847
Erzbischof unter Ludwig dem Frommen; Trier war nun eine Metropole der karolingischen Reichskirche.
Erzbischof von Reims
Milchbruder Ludwigs des Frommen, wandte sich 833 gegen ihn und wurde 835 abgesetzt.
Papst 795–816
Krönte Karl den Großen am Weihnachtstag 800 in Rom zum Kaiser.
Erzbischof von Reims 845–882
Einflussreichster Kirchenmann des Westfrankenreichs und Geschichtsschreiber. Prägte das negative Bild Milos als Räuber am Kirchengut – eine Erinnerung, deren Weg nach Trier die Forschung (Olaf Schneider) untersucht hat.
Papst 872–882
Geriet in Konflikt mit Lambert I. von Spoleto, der Rom bedrängte – die Widonen als eigenständige Macht gegenüber dem Papsttum.
Papst 896–897
Ließ 897 in der „Leichensynode“ den exhumierten Papst Formosus vor Gericht stellen – nach verbreiteter Deutung im Sinne der spoletinischen Partei um Lambert und Ageltrude.
Bischof von Trier, Abt von Lorsch
Schüler Alkuins und Abt von Lorsch, folgte 791 Weomad auf den Trierer Bischofsstuhl – ein Mann der karolingischen Bildungsreform statt eines Familienerben.
Bischof von Trier
Bischof von Trier 804–809.
Amalar von Metz
Bischof von Trier, Liturgiker
Bischof von Trier 809–814, Gesandter Karls des Großen in Konstantinopel und einer der bedeutendsten Liturgiker der Karolingerzeit.
Erzbischof von Trier 847–868
Unterstützte die Scheidung König Lothars II. und wurde dafür 863 von Papst Nikolaus I. abgesetzt – ein Beispiel für die Verflechtung von Bischofsamt und Königspolitik.
Erzbischof von Trier 869–883
Erzbischof in der Zeit, als Trier 882 von den Normannen verwüstet wurde.
Erzbischof von Trier 883–915
Erzbischof im Jahrzehnt des Zerfalls des Karolingerreichs – zur Zeit, als die Widonen in Italien Kaiser wurden.
Erzbischof von Trier 915–931
Vorgänger Ruotberts, der Mettlach die freie Abtwahl gewährte.
Erzbischof von Trier 956–964
Nachfolger Ruotberts; begleitete Otto den Großen nach Italien.
Erzbischof von Trier 965–977
Erzbischof unter Otto dem Großen und Otto II.
Erzbischof von Trier 977–993
Einer der großen Kunstförderer der Ottonenzeit (Egbert-Codex). In seiner Amtszeit entstand in Mettlach unter Abt Lioffin der Alte Turm; die Abtei erlebte unter ihm und der lothringischen Klosterreform eine Blüte.
Erzbischof von Trier 994–1008
Nachfolger Egberts.
Lambert
Verwandter Milos, Inhaber Mettlachs
Brachte um 757/768 Mettlach in seinen Besitz; nach seinem Tod beanspruchten seine Söhne – darunter ein Guido (Wido) von Nantes – das Kloster als väterliches Allod, bis Karl der Große um 782 die Ansprüche zurückwies. Möglicherweise ein Sohn Widos – plausibel, aber nicht belegt. Der Name Lambert kehrt bei den Widonen immer wieder.
Markgraf der Bretonischen Mark
Markgraf der Bretonischen Mark
Widone im Dienst Karls des Großen an der bretonischen Grenze (um 799). Wohl identisch mit jenem „Guido von Nantes“, der um 782 als Sohn Lantberts Ansprüche auf Mettlach erhob – dann führte die Linie von Liutwins Kloster direkt zu den Widonen von Nantes und Spoleto.
Graf von Nantes
Widone an der bretonischen Grenze, Parteigänger Lothars I., dem er nach Italien folgte. Vater Guidos I. von Spoleto.
Herzog von Spoleto
Sohn Lamberts von Nantes. Begründete die Macht der Widonen im mittelitalienischen Dukat Spoleto.
Herzog von Spoleto
Sohn Guidos I. Setzte die widonische Herrschaft in Spoleto fort.
Wido
König von Italien 889, Kaiser 891
Sohn Guidos I. Besiegte 889 Berengar an der Trebbia, wurde König von Italien und 891 von Papst Stephan V. zum Kaiser gekrönt. Ein Widone auf dem Kaiserthron – Nachfahre des Familienverbands von der Saar.
Kaiserin, aus Benevent
Gemahlin Guidos, Mutter Lamberts. Verteidigte nach Guidos Tod die Rechte ihres Sohnes gegen Arnulf von Kärnten.
Mitkaiser 892–898
Sohn Guidos und Ageltrudes, am 30. April 892 in Ravenna zum Mitkaiser gekrönt. Starb im Oktober 898, der Überlieferung nach bei einem Jagdunfall. Mit ihm endete das widonische Kaisertum.
Graf Werner
Widonischer Graf, Stifter Hornbachs
Gründete um 740/741 auf seinem Besitz bei Gamundias das Benediktinerkloster Hornbach und holte Pirmin dorthin. Er gehörte zum Verband der Widonen, die als Vorfahren der Salier gelten – Hornbach wurde zu deren Familienkloster.
Herzog von Spoleto
Sohn Lamberts I.; nach seinem frühen Tod ging das Herzogtum an seinen Onkel Guido, den späteren Kaiser.
Graf im Nahe-, Worms- und Speyergau
Früher sicher greifbarer Vertreter der „Werner-Sippe“, aus der die Salier hervorgingen. Ihre Verwandtschaft mit den Widonen-Lambertinern gilt als wahrscheinlich, die genaue Abzweigung ist nicht mehr bestimmbar.
Herzog von Lothringen
Schwiegersohn Ottos I., 953 am Aufstand gegen ihn beteiligt, fiel 955 auf dem Lechfeld im Kampf gegen die Ungarn – an Ottos Seite.
Herzog von Kärnten
Sohn Konrads des Roten und Liutgards; Großvater Konrads II.
Vater Konrads II.
Früh verstorbener Sohn Ottos von Worms.
König 1024, Kaiser 1027
Erster salischer Kaiser. Unter ihm begann der Bau des Speyerer Doms, der zur Grablege der Salier wurde.
Kaiserin
Gemahlin Konrads II., Mutter Heinrichs III.
Kaiser
Höhepunkt salischer Macht über Reich und Papsttum.
Kaiser, Gang nach Canossa 1077
Sein Gang nach Canossa 1077 wurde zum Sinnbild des Investiturstreits.
Letzter salischer Kaiser
Mit seinem Tod 1125 endete die salische Königsdynastie im Mannesstamm.
von Waiblingen
Tochter Heinrichs IV.
Über ihre Ehe mit Friedrich von Schwaben lebte die salische Linie in den Staufern weiter.
Herzog von Schwaben
Gemahl der Salierin Agnes; Stammvater der staufischen Könige.
König 1138
Sohn der Salierin Agnes; erster staufischer König.
Herzog von Schwaben
Sohn der Agnes, Vater Friedrich Barbarossas.
König 1152, Kaiser 1155
Urenkel Heinrichs IV. über Agnes. Starb 1190 auf dem Dritten Kreuzzug.
Kaiser
Enkel Barbarossas, „Staunen der Welt“.
Letzter Staufer
Enkel Friedrichs II., 1268 in Neapel hingerichtet – Ende der legitimen männlichen staufischen Königslinie.
Erzbischof von Trier 931–956
Gewährte der Abtei Mettlach die freie Abtwahl und lenkte eine Pfingstprozession nach Mettlach um – der Beginn der Lutwinus-Wallfahrt.
Erster überlieferter Abt von Mettlach
Steht am Anfang der Mettlacher Abtsliste, nachdem die Abtei die freie Abtwahl erhalten hatte.
Abt von Mettlach, Erbauer des Alten Turms
Aus Irland stammender Abt. Ließ um 990–994 über dem Grab Liutwins die achteckige Grabkirche errichten, den heutigen „Alten Turm“ – ältester erhaltener Sakralbau des Saarlandes.
Verfasser der Vita s. Liutwini
Schrieb zwischen 1072 und 1078 die Lebensbeschreibung Liutwins auf Grundlage der älteren Vita prima des 10. Jahrhunderts. Hauptquelle des Heiligenbildes – aber Jahrhunderte nach Liutwin entstanden.
Erzbischof von Trier 1131–1152
Verpflichtete 75 Pfarreien zur Wallfahrt nach Mettlach – Zeichen der Bedeutung des Lutwinus-Kultes im Erzbistum.
Abt von Mettlach, Klosterreformer
Führte die Abtei 1468 in die Bursfelder Kongregation, die bedeutendste benediktinische Reformbewegung des Spätmittelalters.
Abt von Mettlach
Förderte die Lutwinus-Wallfahrt und wirkte als Visitator anderer Klöster (1483 St. Avold).
Abt von Mettlach, Bauherr des Barockbaus
Unter ihm begann 1728 der Bau der barocken Abteigebäude, deren Saarfassade bis heute das Ortsbild prägt.
Baumeister
Am Bau der barocken Abtei Mettlach beteiligt.
Architekt der Barockabtei
Maßgeblicher Planer der barocken Abteigebäude; die Giebel tragen die Jahreszahlen 1737 und 1771.
Unternehmer, Käufer der Abtei 1809
Erwarb 1809 die säkularisierte, stark beschädigte Abtei und richtete eine Steingutfabrik ein. 1836 Zusammenschluss mit Nicolas Villeroy zu Villeroy & Boch – die Abtei wurde Sitz des Unternehmens.
Unternehmer (Wallerfangen)
Steingutfabrikant; sein Betrieb schloss sich 1836 mit dem von Jean-François Boch zu Villeroy & Boch zusammen.
Unternehmer, Bewahrer des Alten Turms
Sohn Jean-François Bochs. Ließ die Ruine des Alten Turms sichern statt abreißen und rettete so die Grabkirche Liutwins.
Baumeister und Altertumsforscher
Beriet Eugen von Boch bei der Sicherung des Alten Turms und plante die Lutwinuskirche von 1842–1847.
Nizo I.
Abt von Mettlach
Nachfolger Ruotwichs; die genauen Amtsdaten der Mettlacher Äbte dieser Zeit sind nur unsicher überliefert.
Abt von Mettlach
Abt in den Jahren vor Lioffin; in der Abtsliste genannt, Daten unsicher.
Abt von Mettlach, möglicher Verfasser der Vita prima
Nachfolger Lioffins in den 990er Jahren, gelehrter Abt der lothringischen Reformzeit. Indizien sprechen dafür, dass er die erste Lebensbeschreibung Liutwins, die Vita s. Liutwini prima, verfasst hat.
Abt von Mettlach
In der Abtsliste nach Remigius genannt.
Abt von Mettlach
In der Abtsliste des 11. Jahrhunderts genannt.
Nizo, auch als Nithard III. gezählt
Abt von Mettlach
Benediktiner und Abt von Mettlach im 11. Jahrhundert (Deutsche Biographie).
Abt von Hornbach
Ließ beim Reichenauer Schreiber Eburnant das prachtvolle Hornbacher Sakramentar anfertigen, das heute in Solothurn liegt.
Schreiber der Reichenau
Schrieb das Hornbacher Sakramentar – ein Zeugnis der engen Verbindung zwischen Hornbach und der Reichenau, an deren Gründung Pirmin beteiligt war.
Bischof von Speyer
Erhielt 1087 von Kaiser Heinrich IV. das Kloster Hornbach – das Familienkloster der Salier ging an den Bischof ihrer Grablege Speyer.
Letzter Abt von Hornbach
Brachte 1558, nach der Aufhebung des Klosters in der Reformation, die Reliquien Pirmins nach Speyer.
Graf, Hüter der Pirmin-Reliquien
Brachte die Reliquien Pirmins 1575 nach Innsbruck, wo sie in der Jesuitenkirche bewahrt werden.
König der Friesen
Gegner der Pippiniden. Verbündete sich 716 mit den Neustriern gegen Karl Martell und schlug ihn bei Köln.
Herzog von Aquitanien
718 mit Raganfrid gegen Karl Martell verbündet; 732 in der Schlacht bei Tours und Poitiers an Karls Seite gegen das Heer aus al-Andalus.
Swanahilt
Zweite Gemahlin Karl Martells (Agilolfingerin)
Aus dem bayerischen Herzogshaus. Karl Martell ging die Verbindung 725 ein, im Todesjahr Chrodtruds. Mutter Grifos.
Herzog von Bayern
Heiratete Chrodtruds Tochter Hiltrud. 743 am Lech von Karlmann und Pippin besiegt, blieb aber Herzog.
König der Langobarden
Karl der Große eroberte 774 sein Reich. Seitdem war Italien Teil der fränkischen Welt – Voraussetzung für den späteren Aufstieg der Widonen in Spoleto.
Herzog von Bayern
Sohn Odilos und Hiltruds, also Enkel Chrodtruds und Vetter Karls des Großen. 788 von Karl abgesetzt.
König von Italien, Kaiser 915
Hauptrivale der Widonen um die italienische Krone. 889 an der Trebbia von Guido geschlagen – und überlebte doch alle seine Gegner.
Ostfränkischer König, Kaiser 962
Schwiegervater Konrads des Roten. Siegte 955 auf dem Lechfeld über die Ungarn.
Tochter Ottos I.
Gemahlin Konrads des Roten; durch sie verband sich die salische Linie mit dem ottonischen Königshaus.
Statthalter von al-Andalus
Führte 732 ein Heer bis zwischen Poitiers und Tours und fiel in der Schlacht gegen Karl Martell und Eudo von Aquitanien.
König der Langobarden
Mächtigster Langobardenkönig, Verbündeter Karl Martells gegen die Araber in der Provence. Pippin der Jüngere wurde an seinen Hof geschickt; ein frühes Band zwischen Franken und Italien.
Herzog von Aquitanien
Sohn Eudos, rebellierte gegen Karlmann und Pippin und zog sich 745 ins Kloster zurück.
König der Langobarden
Eroberte 751 Ravenna und bedrohte Rom; Pippin zog 754 und 756 gegen ihn nach Italien.
Anführer der Sachsen
Führte den sächsischen Widerstand gegen Karl den Großen und ließ sich 785 taufen.
Herzog von Aquitanien
Letzter eigenständiger Herzog Aquitaniens; Pippin der Jüngere unterwarf ihn in langen Kriegen bis 768.